Familotel Emsland - www.gutlandegge.de

Historie

Nördlich von Haren, an der Straße nach Oberlangen, liegt an geschichtsträchtigem Ort, in den niederen Flußauen der, in großer Schleife vorbeiziehenden Ems, das barocke, stattlich feine Gut Landegge (ursprünglich „Groß – Landegge“ genannt), von einer Gräfte umgeben. Eine Allee führt seitlich der großen Gutscheunen über die weißgeländerte Zufahrt in den rechteckigen Innenhof der dreiflügligen Anlage. Die hinter dem Haus zu vermutende ursprüngliche, noch 1798 unter den Liegenschaften erwähnte Gartenanlage ist inzwischen in Mischwald übergangen. Die von der Renaissance bis zum Hochbarock an den westfälischen Wasserburgen ausgebildete Gliederung in eine Gräfte umschlossenen Kernburg und eine von den Wirtschaftsgebäuden umstandene Vorburg ist im Geländezuschnitt von Gut Landegge gut zu erkennen.

Architektur:

Dreiflügelige, eingeschossige Anlage in Ziegelbauweise über Feldsteinfundamenten, die an den der Gräfte zugewandten Außenmauern sichtbar sind. Alle drei Flügel unter mit Pfannen gedeckten Walmdächern, beide Seitenflügel niedriger gefirstet als der Mittelbau. Außen an der Südwestecke turmartiger Anbau über quadratischem Grundriss mit Zeltdach. Das quergelagerte Haupthaus nur an der Hofseite neben dem zweiachsigen, portallosen Mittelrisalit mit einem Halbgeschoss versehen. Die mittleren der drei Achsen zu beiden Seiten des Risalits als breite Türen ausgebildet, darüber schmalere Dachbodentüren unter Dachkern. Das Hauptgebäude zur Hofseite insgesamt acht Achsen breit, die Seitenflügel vier Achsen lang und drei Achsen breit (ursprünglich wohl überall holländische Schubfenster). Auf der rückwärtigen Gartenseite je vier Achsen neben einer mittleren Tür, von der man ursprünglich über eine Gräftenbrücke ins Gelände hinaustreten konnte. Alle Gewände der Türen, Geschoss- und Mezzaninfenster in farbig gefasstem Sandstein. Der Mittelrisalit weiß verputzt, mit die Dachzone einschneidendem, mit Schmuckvasen bekröntem Giebeldreieck. In dessen Mitte das bekrönte Allianzwappen des Wilhelm Diedrich von Schade und seiner Gemahlin Agnes von Ittersum und die römische Jahreszahl 1695.

Geschichte:

Das 1695 von Wilhelm Diedrich von Schade errichtete jetzige Haus, zu dessen Bau wohl keine Aufzeichnungen über Entwerfer und Baumeister existieren, steht an der Stelle des erstmals 1546 erwähnten Gutes Groß Landegge. Dieses und zwei weitere Güter (Haus Goseburg und Haus Klein – Landegge) waren 1490 durch Erbteilung aus einem großen Burgmannen gehörten zur bischöflich- münsterschen Stiftsburg gleichen Namens, die, um 1178 erbaut, das Harener Gebiet an der linksemsischen Heerstraße zwischen dem Münsterland und Ostfriesland gegen Teck-lenburger, Ravensberger und Corveyer Einfluss nahmen, sichern sollte. Ihre größte Bedeutung hatte sie als Sitz der ersten niederstiftischen Drosten. Von dieser bald verfallenen Stiftsburg „das erste Stück Mittelalter“, das der junge Levin Schücking im Emsland sah und beschrieben hat – ist nur der Burghügel im Dorf Landegge erhalten geblieben.

Gut Landegge, das bis 1756 im Besitz der Familie von Schade blieb, war mit vielen Rechten ausgestattet: Landtagsfähigkeit, hohe und niedere Jagdrechte für das gesamte Emsland. Fischereirechte, u.v.m. Im späten 18. und 19. Jahrhundert ständig wechselnde Besitzer aus adligen und bürgerlichen Familien des Münsterlandes und des Emslandes. Ab 1904 im Besitz des Freiherrn Friedrich von Landsberg – Velen zu Dankern. Seit 1928 im Besitz der Familie Hiebing. Auf dem Hof unter der damaligen Leitung von Hermann Hiebing, gab es zunächst eine große Herde „Herdbuch – Kühe“. Viele Prämien und Urkunden zeugen noch Heute von der starken Leistungsfähigkeit.

Die Landwirtschaft war damals durch gewaltige Handarbeit geprägt, doch der maschinelle Fortschritt machte auch hier nicht halt. Sohn Bernd Karsten übernahm den Betrieb als Landwirtschaftmeister und schaffte die Kühe ab. Der große Hof hatte nun Platz für 400 Bullen und ging somit von der Milch auf die Fleischproduktion über, die auch einen intensiven Ackerbau voraussetzte. Mittlerweile spricht man nicht mehr von der bäuerlichen Landwirtschaft sondern de facto von der Industrialisierten. Nun, diesen Weg gingen wir nicht weiter.

Im Jahre 1979 wurde die 1. Ferienwohnung im Herrenhaus eingerichtet. Jedes Jahr kam eine weitere hinzu. Die Wünsche der Gäste für das leibliche Wohl wurden in der großen Gutsküche erfüllt. Familie Hiebing stellte das eigene Wohnzimmer zur Verfügung und 20 Gäste nahmen an den Tischen Platz.

Im Jahre 1993 erfolgte der Schritt der Bullenmast adieu zu sagen. Mit großer Euphorie wurde der große Stall, der auf dem Fundament der alten Vorburg errichtet war, entkernt und liebevoll zu Wohnungen umgebaut. Das Landhaus war kreiert.

Der Acker wurde zu Pferdeweiden und im letzten großen Stall auf dem Betrieb durften fortan die Ponys und Pferde wohnen. Mit dem Heranwachsen der 3. Generation, Tim Hiebing, erfolgte nun ein weiterer Schritt die Kapazitäten auszubauen. Aus dem historischen Stallgebäude entstand im Jahre 2000 das so genannte Gräftenhaus. Mit nunmehr 140 Betten ist der Ferienhof einer der größten in Deutschland geworden und im Jahr 2002 wurde das 1. neue Gebäude überhaupt auf dem Hof gebaut – die große Reithalle. In den vergangenen Jahren bis heute, ist es unser Ziel, die Qualität für unsere Gäste stets zu verbessern. Wir schauen optimistisch in die Zukunft und sind gespannt auf das, was der Wandel mit uns vorhat…………

SAGEN UND ERZÄHLUNGEN AUS LANDEGGE

Sagen um "Frau von Munderloh"

Die Burg im Ham ist mit dem Goldschatz der Frau von Munderloh versunken. Ein Teich, der "Woilol", und einige dicke Steine, die als Mauerreste gedeutet werden können, bezeichnen die Stelle. Alle sieben Jahre, am Johannistage, eine Stunde vor Sonnenaufgang, kommt die Truhe mit dem Schatz an die Oberfläche des Teiches. Wer dann, ohne ein Wort zu sagen, die Truhe heraushebt, hat den Schatz für sich gewonnen. An Freiern fehlte es der schönen, reichen Witwe nicht. Sie nahm aber keinen derselben ernst und erlaubte sich manchen Scherz mit Ihnen. Einst gab sie bekannt, der sollte ihre Hand erhalten, der weder zu Ross, noch zu Wagen, noch zu Fuß zu ihr käme. Darauf versuchte der Ritter von Haren unter dem Gelächter des Burgvolkes auf einem Wagenrad in den Burghof zu gelangen. Als ihm das nicht gelang, lachte die Gräfin ihn herzlich aus und schickte ihn nach Hause. Die Frau von Munderloh wohnte oft auf der Landegger Burg. Sie hatte auch im "Ham" eine Besitzung. Wenn sie diese besuchte, benutzte sie einen Weg durch die Wiesen beim Riddering. Der Ritter auf dem Riddering war ihr Freund und Beschützer. Vom Volke wurde sie geliebt und geachtet, weil sie freigiebig war. Mit dem gewalttätigen Ritter von Haren jedoch lebte sie in stetem Unfrieden. Jahrelang versuchte er vergebens ihrer habhaft zu werden, um die junge, reiche Erbin zur Ehe zu zwingen. Mit Hilfe einer klugen List aber entging sie stets seinen Nachstellungen. Sie ließ nämlich ihrem Pferd die Eisen verkehrt unterlegen. Wenn sie dann nach Landegge geritten war, zeigte die Spur nach dem "Ham". Einige Mädchen aus Raken trafen sie einst an der Ems, als sie eben mit der Fähre über den Fluss gekommen war. Im Lande war eine Missernte gewesen, besonders Roggen und Flachs waren schlecht geraten. Die Mädchen nahmen sich ein Herz und baten die Gräfin um Ermäßigung des "Zehnten". "Was soll ich euch erlassen, Korn- oder Flachszehnten?" fragte sie. Die Mädchen wählten den Flachszehnten. Die Gräfin gewährte ihnen gern die Bitte, doch konnte sie es nicht unterlassen, dieselben noch ein wenig zu necken indem sie sagte: "Hättet ihr den Kornzehnten gewählt, dann wäre euch beides erlassen worden"

Die Kerzenfabrik im Landegger Moor

Beinahe hätte Landegge um 1840 eine Industrieanlage bekommen, eine Kerzenfabrik. Der Gründer des Unternehmens war ein Engländer, Major Johnson aus Osnabrück. Er glaubte, die Rohstoffe zur Herstellung von Kerzen aus dem Moore gewinnen zu können. Auf einer Moorkoppel, die er von den Osterescher Bauern Willmes und Schmidtjans kaufte, wurde das Fabrikgebäude errichtet. Aber die Fabrik ist nie in Betrieb gekommen, nicht einmal das Gebäude wurde ganz fertig gestellt. Als nämlich der Major vernahm, dass seine Erfindung ein Fehlschlag war, verschwand er bei Nacht und Nebel und lies alles in Stich. Die Leute meinten, nur Geldmangel hätte sein Unternehmen zum Scheitern gebracht, und der Gedanke an solch eine Industrie im Moore wollte lange Zeit nicht einschlafen. Das Fabrikgebäude wurde bald darauf abgebrochen und nach Gut Landegge geschafft. Aus dem Material errichtete man eine Scheune, die dort noch jetzt in Benutzung ist. Der Volksmund weiß über diesen Major Johnson noch einiges mehr zu berichten: Auf Gut Landegge lebte die Schwester des Herrn von Santen. Sie war die Witwe eines hohen holländischen Marineoffiziers und bezog eine ansehnliche Pension von der holländischen Regierung. Deswegen musste sie jährlich zwei Monate in Holland leben, die andere Zeit verbrachte sie auf Landegge. Mit dieser Dame kam der Major in ein recht vertrautes Verhältnis. Eines Tages kam er nach Landegge und erzählte von einer Reise nach Russland, die er aus geschäftlichen Gründen antreten müsse. Er wusste, dass die "Admiralske" viel russisches Geld besaß. Nun erzählte er ihr, die Russische Währung sei im Verfall, er wolle sein russisches Geld einwechseln, um noch einiges zu retten. Sie bat ihn nun, ihr Geld mitzunehmen. Diesen Auftrag übernahm er gern. Mit dem Geld begab er sich nach Osnabrück. Drei Wochen später kam ein reitender Bote nach Landegge und überbrachte die Nachricht vom Tode Johnsons. Die "Admiralske" reiste zum Begräbnis nach Osnabrück. Nach der Rückkehr befragte sie der Bruder über Umstände und Einzelheiten des Ereignisses in Osnabrück. Sie wusste nichts anzugeben und klagte nur: " Ick was däi säwente Brut achtern Doden. Erst kömen twäi vant Theater, dann noch´n paar, un dann köm ick."--Man nimmt an,dass das ganze Ergebnis Betrug und Täuschung war, und dass der Major mit dem erschwindelten Gelde seine Beerdigung noch lange und fröhlich überlebt hat. (Heinrich Goedeker)

Sie lebten wie Urmenschen

Am Wege von der Schleuse 68 nach Landegge lebte um 1840 ein Ehepaar, Menzen Manns und Menzen Engel genannt. Sie lebten in einer Höhle, die in einer Böschung angelegt war. Rundherum pflanzten sie Birken an. Noch jetzt zeigt eine alte Kiefer die Stelle an, wo diese Menschen wie im Urzustande gehaust haben. Überreste eines Brunnens waren vor Jahrzehnten dort noch zu sehen. Sie waren des Umgangs mit den Menschenkindern überdrüssig geworden und unterhielten keine Beziehung mehr zu ihnen. Alles, was sie zum Leben benötigten, musste die nächste Umgebung ihnen liefern. Es lässt sich denken, das da viele Gegenstände, die uns unentbehrlich erscheinen, in ihrem Inventar gefehlt haben. Auch die Kirche und ihre Einrichtungen nahmen sie nicht in Anspruch. Sie hatten ein Bild in der Höhle aufgestellt; davor verrichteten sie den Gottesdienst. Nach dem Stand der Sonne schätzten sie am Sonntag die Zeit des Hochamtes. Da läuteten sie eine Schafglocke, die in der Kiefer aufgehängt war. Darauf begannen sie zu beten. Von den Leuten wurden sie die Götzendiener genannt. Diese einsame Kiefer auf der Böschung, die von der Tenge ins Moor überleitet, bezeichnet auch die Stelle, wo 1935, als man das weite Heideland kultivierte, ein wertvoller Urgeschichtsfund geborgen wurde. Der Fund weist nach, dass schon in vorgeschichtlicher Zeit sich hier Menschen niedergelassen hatten. Das Moor, ein ehemaliger Binnensee, schneidet dort etwas tiefer ins Land und bildet eine kleine Bucht, die früher wohl von besonderem Reiz war. Darum haben ja auch Manns und Engel sich genau dort in der Böschung ihre Wohnung angelegt. (Heinrich Goedeker)

Bericht über einen Münzfund

Münzfund bei Landegge, gefunden am 24.XI.1932, Gut Landegge Im Frühjahr 1932 ließ der Besitzer von Gut Landegge in der Nähe des Gutes eine Weide umpflügen. Dabei stieß der Knecht, der die Arbeit ausführte, auf einen Steintopf, der mit Münzen gefüllt war. Es zeigte sich, dass der Fund aus 65 Silbermünzen bestand, die z. T. sehr gut erhalten waren, z. T. aber auch am Rande arg beschnitten waren, wie es zu Notzeiten früher üblich gewesen war. Die jüngste Prägung unter den Münzen zeigt die Jahreszahl 1634. Auf Grund dieser Jahreszahl kommen wir zu der Vermutung, dass die Münzen um das Jahr 1647 vergraben wurden, denn in diesen Jahren versuchte der General von Schweden Königsmark Meppen zu erobern. Als er Meppen nicht einnehmen konnte, ließ er an den Orten in der Umgebung seinen Zorn aus. Haren wurde niedergebrannt und in fast allen Orten entlang der Ems, bis nach Ostfriesland, wurde gebranntschatzt. In dieser Notzeit hat wahrscheinlich ein Herr von Düthe aus Gross Landegge den Silberschatz in der Erde vergraben. Die Wissenden sind vermutlich in der Folgezeit durch das Schwert oder die Pest verstorben. Daher wurden die Münzen nicht eher gehoben. Die Münzen wurden von Herrn Hiebing im Jahre 1934 leihweise an das Museum in Meppen abgegeben. Das bestätigen Dokumente, die die Herausgabe an das Museum nachweisen. Die Münzsammlung ist bei der Verlegung des Museums von Meppen nach dem II. Weltkrieg leider verloren gegangen. Quelle: Bernhard Gievert, Norbert Tandecki: 800 Jahre Burg und Dorf Landegge; Heimat- und Verkehrsverein Haren/Ems und Umgebung e.V. (S. 80)

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