Familotel

Von Sagen und Schätzen

Der Skulpturenwald – mit kleinem Berg – gehört zum Gut und liegt direkt hinter dem Herrenhaus, zudem grenzt er an unseren Rhododendrongarten. Wir nutzen den sagenumwobenen Wald für verschiedene Programmpunkte unserer Freizeitaktivitäten: Mit den „Kleinen Pferdepflegern“ werden hier Spaziergänge durchgeführt,

das Waldbingo des Happy-Clubs findet hier statt und vor allem ist er Schauplatz großer Schatzsuchen. Dabei wird die Verbindung zur Sage der „Frau von Mundeloh“ aufgezeigt. Auch die vom Kunstkreis Haren ausgestellten Skulpturen sind diesem Thema  gewidmet.

Die Sage um „Frau von Mundeloh“ – Jutta von Ravensberg

Die Burg im Ham ist mit dem Goldschatz der „Frau von Mundloh“ versunken. Ein Teich, der „Woiol“, und einige dicke Steine, die als Mauerreste gedeutet werden können, bezeichnen die Stelle. Alle sieben Jahre, am Johannistage, eine Stunde vor Sonnenaufgang, kommt die Truhe mit dem Schatz an die Oberfläche des Teiches. Wer dann, ohne ein Wort zu sagen, die Truhe heraushebt, hat den Schatz für sich gewonnen.

An Freiern fehlte es der schönen, reichen Witwe nicht. Sie nahm aber keinen derselben ernst und erlaubte sich manchen Scherz mit ihnen. Einst gab sie bekannt, der sollte ihre Hand erhalten, der weder zu Ross, noch zu Wagen, noch zu Fuß zu ihr käme. Darauf versuchte der Ritter von Haren unter dem Gelächter des Burgvolkes auf einem Wagenrade in den Burghof zu gelangen. Als ihm das nicht gelang, lachte die Gräfin ihn herzlich aus und schickte ihn nach Hause.

Die „Frau von Mundeloh“ wohnte auf der Burg Landegge. Sie hatte auch im „Ham“ eine Besitzung. Wenn sie diese besuchte, benutzte sie einen Weg durch die Wiesen beim Riddering. Der Ritter auf dem Riddering war ihr Freund und Beschützer. Vom Volke wurde sie geliebt und geachtet, weil sie freigebig war. Mit dem gewalttätigen Ritter von Haren jedoch lebte sie in stetem Unzufrieden. Jahrelang versuchte er vergebens, ihrer habhaft zu werden, um die junge, reiche Erbin zur Ehe zu zwingen. Mit Hilfe einer klug ersonnenen List aber entging sie stets seinen Nachstellungen. Sie ließ nämlich ihrem Pferde die Eisen verkehrt unterlegen. Wenn sie dann nach Landegge geritten war, zeigte ihre Spur nach dem „Ham“.

Einige Mädchen aus Raken trafen sie einst an der Ems, als sie mit der Fähre über den Fluss gekommen war. Im Lande war eine Missernte gewesen, besonders Roggen und Flachs waren schlecht geraten. Die Mädchen nahmen sich ein Herz und baten die Gräfin um Ermäßigung des „Zehnten“. – ,,Was soll ich euch erlassen, Korn- oder Flachszehnten?“, fragte sie. Die Mädchen wählten Flachszehnten. Die Gräfin gewährte ihnen gern die Bitte; doch konnte sie es nicht unterlassen, dieselben noch ein wenig zu necken indem sie sagte: ,,Hättet ihr den Kornzehnten gewählt, dann wäre euch beides erlassen worden.“

(Quelle: Kunstkreis Haren)